Was ist ein Pflegegrad? Die 5 Stufen einfach erklärt
🌿 Kurz gesagt
Fünf Pflegegrade bilden ab, wie selbstständig ein Mensch noch ist. Die Einstufung entscheidet darüber, welche Leistungen die Pflegekasse zahlt. Wie die Begutachtung abläuft und welche Leistungen zu welchem Grad gehören – einfach erklärt.
Fachlich geprüft von Annika Joos, Pflegefachfrau (18+ Jahre Praxis, FQA-Qualitätsprüferin) · Stand: Juli 2026
Was ist ein Pflegegrad? Diese Frage stellen sich viele Angehörige, wenn ein Familienmitglied zunehmend Hilfe im Alltag benötigt. In Deutschland gibt es fünf Pflegegrade, die den Grad der Selbstständigkeit einer pflegebedürftigen Person abbilden. Die Einstufung bestimmt, welche Leistungen der Pflegeversicherung Ihnen zustehen.

Definition: Was bedeutet die Einstufung?
Ein Pflegegrad ist die offizielle Einstufung des Unterstützungsbedarfs einer pflegebedürftigen Person. Seit 2017 gibt es fünf Stufen (früher drei Pflegestufen). Die Bewertung erfolgt durch den Medizinischen Dienst (MD) anhand von sechs Lebensbereichen wie Mobilität, Selbstversorgung und kognitive Fähigkeiten. Je nach Ergebnis erhalten Betroffene unterschiedliche Leistungen – von Beratung bis hin zu umfangreicher finanzieller Unterstützung.
Die 5 Stufen im Überblick
Stufe 1: Geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit. Anspruch auf den Entlastungsbetrag von 131 Euro monatlich und Pflegeberatung.
Stufe 2: Erhebliche Beeinträchtigung. Anspruch auf Pflegegeld (347 Euro monatlich, Stand 2026), Sachleistungen und Verhinderungspflege. Alle Ansprüche und eine Zeitaufwand-Tabelle finden Sie im Ratgeber Pflegegrad 2: Geld und Leistungen.
Stufe 3: Schwere Beeinträchtigung. Pflegegeld von 599 Euro und umfangreichere Sachleistungen.
Stufe 4: Schwerste Beeinträchtigung. Pflegegeld von 800 Euro monatlich.
Stufe 5: Schwerste Beeinträchtigung mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung. Höchster Leistungsanspruch mit 990 Euro Pflegegeld.
Wie läuft die Begutachtung ab?
Die Begutachtung prüft sechs Lebensbereiche und vergibt Punkte. Je höher die Gesamtpunktzahl, desto höher die Einstufung. Die Bereiche Selbstversorgung und Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen haben dabei das größte Gewicht. Eine gute Vorbereitung auf den Begutachtungstermin ist entscheidend für das Ergebnis. Führen Sie vorab ein Pflegetagebuch, um den tatsächlichen Hilfebedarf zu dokumentieren.
Welche Leistungen stehen Ihnen zu?
Ab Stufe 1 haben Sie Anspruch auf Pflegeberatung und den Entlastungsbetrag. Ab Stufe 2 kommen Pflegegeld, Sachleistungen, Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege und Tagespflege hinzu. Außerdem stehen Ihnen Pflegehilfsmittel und Zuschüsse für den barrierefreien Umbau der Wohnung zu. Einen vollständigen Überblick über alle verfügbaren Leistungen finden Sie auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums.
PflegeGuide Pro: Ihre Einstufung optimal nutzen
Mit PflegeGuide Pro erhalten Sie eine klare Übersicht darüber, welche Leistungen Ihnen zustehen und wie Sie diese optimal nutzt. Der Care-Navigator zeigt Ihnen alle Möglichkeiten auf und hilft Ihnen, kein Geld zu verschenken. So erfahren Sie nicht nur, was Ihre aktuelle Einstufung bedeutet, sondern auch, wie Sie das Beste daraus machen.
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