Pflegegrad 1: Diese Leistungen stehen Ihnen 2026 zu
🌿 Kurz gesagt
Pflegegrad 1 bedeutet nicht „nichts“: 2026 stehen Ihnen Leistungen im Wert von über 2.000 Euro pro Jahr zu – plus einmalige Zuschüsse bis 4.180 Euro. Pflegegeld gibt es bei Pflegegrad 1 allerdings nicht. Wie Sie alle Ansprüche ausschöpfen und bei Verschlechterung höherstufen, lesen Sie hier.
Fachlich geprüft von Annika Joos, Pflegefachfrau (18+ Jahre Praxis, FQA-Qualitätsprüferin) · Stand: Juli 2026
„Pflegegrad 1 – da bekommt man doch nichts.” Dieser Satz ist einer der teuersten Irrtümer in der häuslichen Pflege. Zwar gibt es tatsächlich kein Pflegegeld, aber wer alle Ansprüche kennt und nutzt, erhält 2026 Leistungen im Wert von über 2.000 Euro pro Jahr – plus einmalige Zuschüsse bis 4.180 Euro. Hier der komplette Überblick.
Was bedeutet Pflegegrad 1?
Pflegegrad 1 erhält, wer in der MD-Begutachtung 12,5 bis unter 27 Punkte erreicht – eine „geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit”. Typisch sind erste Einschränkungen bei Mobilität oder Haushalt, etwa nach einem Sturz oder zu Beginn einer Demenz. Wo Ihr Angehöriger steht, zeigt der Pflegegrad-Rechner.
Pflegegrad 1: Diese Leistungen gibt es 2026
| Leistung | Betrag 2026 |
|---|---|
| Entlastungsbetrag (§ 45b SGB XI) | 131 € monatlich |
| Pflegehilfsmittel zum Verbrauch | 42 € monatlich |
| Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (z. B. Badumbau) | bis zu 4.180 € je Maßnahme |
| Digitale Pflegeanwendungen (DiPA) | bis zu 40 € monatlich |
| Wohngruppenzuschlag (ambulant betreute Wohngruppe) | 224 € monatlich |
| Zuschuss bei vollstationärer Pflege | 131 € monatlich |
| Pflegeberatung & Pflegekurse für Angehörige | kostenlos |
Kein Anspruch besteht bei Pflegegrad 1 auf: Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Verhinderungs- und Kurzzeitpflege sowie Tages- und Nachtpflege. Der Entlastungsbetrag kann aber flexibel eingesetzt werden – auch für Angebote der Tagespflege oder Kurzzeitpflege.
So holen Sie das Maximum aus Pflegegrad 1
- Entlastungsbetrag aktiv nutzen: 131 € monatlich (1.572 € im Jahr) für Haushaltshilfen, Betreuungsgruppen oder Alltagsbegleiter – nicht genutzte Beträge können ins folgende Kalenderhalbjahr übertragen werden. So funktioniert die Abrechnung.
- Pflegehilfsmittel-Box bestellen: 42 € monatlich für Handschuhe, Desinfektion und Bettschutz – einmal beantragen, dauerhaft erhalten.
- Wohnung anpassen: Bis zu 4.180 € Zuschuss für Haltegriffe, bodengleiche Dusche oder Rampen – gerade bei beginnender Pflegebedürftigkeit die beste Sturzprävention.
- Hausnotruf prüfen: Die Pflegekasse bezuschusst bei Pflegegrad 1 einen Hausnotruf – fragen Sie direkt bei Ihrer Kasse nach den Konditionen.
Verschlechtert sich der Zustand? Höherstufung nicht verpassen
Pflegegrad 1 ist oft nur eine Momentaufnahme. Nimmt der Unterstützungsbedarf zu, sollten Sie zeitnah eine Höherstufung auf Pflegegrad 2 beantragen – das bedeutet 347 € Pflegegeld monatlich und Zugang zu Verhinderungs- und Kurzzeitpflege. Wie das geht, lesen Sie in der Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Pflegegrad-Antrag; ein Pflegetagebuch liefert dem Gutachter die entscheidenden Belege. Bei Ablehnung unterstützt Sie der Widerspruchsgenerator.
💡 Behalten Sie den Überblick: Mit dem Pflegekostenrechner von PflegeGuide Pro sehen Sie alle Ansprüche auf einen Blick – und die kostenlose Notfallbox hält alle wichtigen Informationen für den Ernstfall bereit. Jetzt kostenlos starten.
Häufige Fragen zu Pflegegrad 1
Bekommt man bei Pflegegrad 1 Geld?
Pflegegeld gibt es nicht. Es stehen aber der Entlastungsbetrag (131 €/Monat), die Pflegehilfsmittel-Pauschale (42 €/Monat) und einmalige Zuschüsse wie der Wohnumfeld-Zuschuss (bis 4.180 €) zur Verfügung.
Kann man mit Pflegegrad 1 einen Treppenlift bezuschusst bekommen?
Ja – über die wohnumfeldverbessernden Maßnahmen mit bis zu 4.180 € je Maßnahme. Wohnen mehrere Anspruchsberechtigte zusammen, sind bis zu 16.720 € möglich.
Wie komme ich von Pflegegrad 1 auf Pflegegrad 2?
Stellen Sie bei der Pflegekasse formlos einen Höherstufungsantrag. Der MD begutachtet erneut; ab 27 Punkten wird Pflegegrad 2 anerkannt. Dokumentieren Sie den gestiegenen Hilfebedarf vorab mindestens 7 Tage im Pflegetagebuch.
📋 Kostenloses Pflege-Notfall-Kit (PDF)
Die wichtigsten Checklisten für den Pflege-Notfall – zum Ausdrucken und Abheften. Ohne Anmeldung herunterladen.
