Münzstapel, aus dem ein grüner Spross wächst – Symbol für Pflegeleistungen und finanzielle Ansprüche

Pflegegeld 2026: Tabelle, Anspruch und Antrag – einfach erklärt

🌿 Kurz gesagt: Pflegegeld gibt es ab Pflegegrad 2 – zwischen 347 und 990 Euro monatlich, ausgezahlt an die pflegebedürftige Person. 2026 bleiben die Beträge unverändert. Wie Sie das Pflegegeld beantragen, mit anderen Leistungen kombinieren und welche Pflichten dazugehören, lesen Sie hier.

Fachlich geprüft von Annika Joos, Pflegefachfrau (18+ Jahre Praxis, FQA-Qualitätsprüferin) · Stand: Juli 2026

Was ist das Pflegegeld?

Das Pflegegeld ist eine monatliche Geldleistung der Pflegekasse (§ 37 SGB XI). Es wird gezahlt, wenn die Pflege zu Hause von Angehörigen, Freunden oder Nachbarn übernommen wird – also nicht durch einen Pflegedienst. Die pflegebedürftige Person erhält das Geld und kann es frei weitergeben, meist als Anerkennung an die Pflegeperson.

Pflegegeld 2026: Die Tabelle

PflegegradPflegegeld/MonatAlternativ: Pflegesachleistung
Pflegegrad 1– (kein Anspruch)
Pflegegrad 2347 €bis 796 €
Pflegegrad 3599 €bis 1.497 €
Pflegegrad 4800 €bis 1.859 €
Pflegegrad 5990 €bis 2.299 €

Für 2026 ist keine Erhöhung vorgesehen; die nächste reguläre Anpassung ist für 2028 geplant. Bei Pflegegrad 1 gibt es kein Pflegegeld – wohl aber den Entlastungsbetrag von 131 Euro monatlich. Mehr dazu: Pflegegrad 1: Diese Leistungen stehen Ihnen 2026 zu

Wer hat Anspruch?

Drei Voraussetzungen müssen erfüllt sein: mindestens Pflegegrad 2, Pflege zu Hause (nicht im Heim) und die Pflege ist durch eine private Pflegeperson sichergestellt. Wichtig: Das Pflegegeld beantragt die pflegebedürftige Person – nicht die pflegende.

So beantragen Sie das Pflegegeld – Schritt für Schritt

  1. Antrag bei der Pflegekasse stellen – formlos per Anruf oder Brief bei der Krankenkasse der pflegebedürftigen Person. Ab Antragsdatum wird gezahlt, deshalb: nicht warten.
  2. Fragebogen ausfüllen – die Pflegekasse schickt Unterlagen zu.
  3. MD-Begutachtung vorbereiten – der Medizinische Dienst prüft den Pflegegrad. Ein geführtes Pflegetagebuch ist hier Ihr wichtigstes Beweismittel: MD-Begutachtung vorbereiten – so bekommen Sie den richtigen Pflegegrad
  4. Bescheid prüfen – rund 40 % der Erstanträge fallen zu niedrig aus. Gegen den Bescheid können Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen: Pflegegrad abgelehnt? So legen Sie Widerspruch ein

Pflegegeld kombinieren: die Kombinationsleistung

Übernimmt zusätzlich ein Pflegedienst einen Teil der Pflege, wird das Pflegegeld anteilig gekürzt (Kombinationsleistung). Beispiel: Nutzt der Pflegedienst 60 % der Sachleistung, erhalten Sie noch 40 % des Pflegegeldes. Zusätzlich – ohne Anrechnung – gibt es den Entlastungsbetrag (131 €/Monat) und die Mittel für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege (gemeinsamer Jahresbetrag bis 3.539 €): Verhinderungspflege richtig beantragen

Diese Pflichten gehören dazu

Wer nur Pflegegeld (ohne Pflegedienst) bezieht, muss regelmäßig einen Beratungsbesuch nach § 37.3 SGB XI nachweisen: bei Pflegegrad 2 und 3 halbjährlich, bei 4 und 5 vierteljährlich. Wird der Termin versäumt, kann die Kasse das Pflegegeld kürzen oder streichen. Ein Terminplaner hilft, diese Fristen sicher einzuhalten.

Häufige Fehler, die Geld kosten

Zu spät beantragt (Zahlung beginnt erst ab Antrag), unvorbereitet in die MD-Begutachtung gegangen, Widerspruchsfrist verpasst, Beratungsbesuche vergessen, Entlastungsbetrag ungenutzt verfallen lassen – bei 70 % der Berechtigten bleibt er liegen.

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Häufige Fragen zum Pflegegeld

Wie hoch ist das Pflegegeld 2026?

347 Euro monatlich bei Pflegegrad 2, 599 Euro bei Pflegegrad 3, 800 Euro bei Pflegegrad 4 und 990 Euro bei Pflegegrad 5. Bei Pflegegrad 1 gibt es kein Pflegegeld. Für 2026 ist keine Erhöhung vorgesehen, die nächste reguläre Anpassung ist für 2028 geplant.

Wer bekommt das Pflegegeld ausgezahlt – die pflegebedürftige Person oder ich?

Die Pflegekasse zahlt an die pflegebedürftige Person. Sie kann das Geld frei weitergeben, meist als Anerkennung an die Pflegeperson. Auch der Antrag wird von der pflegebedürftigen Person gestellt, nicht von der pflegenden.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Drei Bedingungen müssen zusammenkommen: mindestens Pflegegrad 2, Pflege zu Hause statt im Heim, und die Pflege ist durch eine private Pflegeperson sichergestellt – also durch Angehörige, Freundinnen, Freunde oder Nachbarn statt durch einen Pflegedienst.

Ab wann wird gezahlt?

Ab dem Datum, an dem der Antrag bei der Pflegekasse eingeht. Deshalb lohnt es sich, formlos per Anruf oder Brief zu beantragen und nicht auf Unterlagen zu warten.

Was passiert mit dem Pflegegeld, wenn zusätzlich ein Pflegedienst kommt?

Dann wird anteilig gekürzt – das nennt sich Kombinationsleistung. Nutzt der Pflegedienst zum Beispiel 60 Prozent der Sachleistung, bleiben 40 Prozent des Pflegegeldes. Entlastungsbetrag und Verhinderungs- beziehungsweise Kurzzeitpflege werden davon nicht berührt.

Welche Pflichten hängen am Pflegegeld?

Wer nur Pflegegeld ohne Pflegedienst bezieht, muss den Beratungsbesuch nach § 37 Absatz 3 SGB XI nachweisen: bei Pflegegrad 2 und 3 halbjährlich, bei Pflegegrad 4 und 5 vierteljährlich. Wird der Nachweis versäumt, kann die Pflegekasse das Pflegegeld kürzen oder einstellen.

Was kann ich tun, wenn der Pflegegrad zu niedrig ausfällt?

Innerhalb eines Monats ab Zugang des Bescheids Widerspruch einlegen. Der Widerspruch ist kostenlos und kann zunächst formlos eingelegt werden; die Begründung folgt, sobald Ihnen das Gutachten vorliegt.

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Über die Autorin

Annika Joos ist Gründerin von PflegeGuide Pro und schreibt mit langjähriger Erfahrung aus der Pflegepraxis für pflegende Angehörige in Deutschland.

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ℹ️ Rechtlicher Hinweis: Die Informationen basieren auf der Rechtslage nach SGB XI, Stand Juni 2026. Leistungsbeträge und gesetzliche Grundlagen können sich durch Gesetzesreformen ändern. PflegeGuide Pro ersetzt keine individuelle Rechts- oder Pflegeberatung. Bitte wenden Sie sich für verbindliche Auskünfte an eine qualifizierte Fachstelle.

Leistungswerte: Rechtsstand Juli 2026 · Seite zuletzt aktualisiert: 02.09.2026

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